Herzlich willkommen, Isabelle Métrope!

Sie ist die neue Chormanagerin: Isabelle Métrope! Seit dem 1. Januar 2018 übernimmt die gebürtige Französin das Management der Wuppertaler Kurrende. Zuletzt war sie für den Stuttgarter Carus-Verlag tätig, nun bringt sie frischen Wind in den Campus an der Mozartstraße. Doch anstatt langer Vorstellungsreden soll Frau Métrope selbst zu Worte kommen: Nach den ersten Tagen im Büro stand sie uns freundlicherweise für ein kurzes Interview zur Verfügung.

Frau Métrope, herzlich willkommen in Wuppertal! Wie ist Ihr erster Eindruck von der Stadt?
Wuppertal gibt einen lebendigen Eindruck, mit viel Kultur – und damit meine ich nicht nur die großen Häuser wie Stadthalle und Opernhaus: Und es scheint viel positiven Mut zum Wandel zu geben. Auf die sonnigen Tage freue ich mich sehr, da sieht die Gegend bestimmt noch einmal ganz anders aus!

Von der Kurrende haben Sie ja auch schon einen ersten Eindruck bekommen…
Genau, ich habe die Kurrende schon beim letzten Quempas-Konzert in der Friedhofskirche erlebt. Ich fand die Konzertatmosphäre wunderbar – und die Männerstimmen besonders beeindruckend!

Sie haben zuletzt in Stuttgart beim Carus-Verlag gearbeitet?
In der Tat, dort war ich für den Veranstaltungsbereich zuständig. In meinem letzten Jahr im Verlag hatte ich die Vertriebsleitung für die internationalen Märkte und für das Carus-CD-Label inne.

Jetzt also Wuppertal. Was hat Sie an der Stelle bei der Kurrende gereizt?
Ich wollte wieder näher am Musikleben arbeiten: Konzerte organisieren, ein Ensemble betreuen, am liebsten bei einem Klangkörper mit pädagogischen Aufgaben. Ein Knabenchor bietet nicht nur eine hervorragende Musikausbildung an, sondern ist für mich auch ein Ort, wo die Knaben lernen, miteinander zu wachsen; wo Respekt, Zusammenhalt und Zusammenarbeit durch die Musik eine andere Dimension haben. Mir gefällt außerdem die Herausforderung einer hochqualitativen künstlerischen und dennoch altersgerechten Ausbildung, denn die jungen Sänger eines Knabenchors sind bereits semi-professionelle Künstler, bleiben dennoch Kinder. Diesen Spagat müssen wir uns Mitarbeiter immer bewusst sein.

Da sprechen Sie ja aus Erfahrung: Die Kurrende ist nicht der erste Knabenchor, mit dem Sie arbeiten…
Ich habe an der Folkwang Universität der Künste unter anderem Chorleitung studiert. Mein Lehrer war Professor Jörg Breiding, künstlerischer Leiter des Knabenchors Hannover. Im Rahmen meines Studiums und dank Professor Breiding durfte ich jedes Jahr eine Woche mit den Knaben in Hannover proben und ab und an den Knabenchor in der Marktkirche bei Gottesdiensten und Konzerten dirigieren. Wir Studenten haben in der Zeit viel gelernt und ich habe unglaublich gerne mit den Knaben gearbeitet. Deswegen freue ich mich jetzt besonders, wieder zu einem Knabenchor zurückzukehren!

Chorleitung war nicht ihr einziges Studium, insgesamt haben Sie vier Studiengänge abgeschlossen: Sprachen & Wirtschaft, Musikmanagement, Chorleitung und Musikwissenschaft sowie Gesangspädagogik. Woher kommt diese Vielzahl an Interessen?
Ich bin ein wissbegieriger Mensch! Nach dem Abitur wollte ich ein Sprachstudium absolvieren, welches nicht (nur) auf eine Übersetzer- oder Lehrerkarriere vorbereitet. Da ich schon von Kindesalter an im Chor singe und Geige spiele, war aber recht schnell klar, dass die Musik einen Teil meines Berufs werden soll. So kam der Master Musikmanagement als Ergänzung zum Wirtschaftsstudium zustande. Nach einigen berufstätigen Jahren habe ich mich für ein Studium an der Folkwang Universität der Künste entschieden. Somit habe ich nun das Glück, nebenbei als freiberufliche Sängerin, Stimmbildnerin und Dirigentin arbeiten zu können. Aber Herr Teutschbein muss keine Sorge haben: Ich plane nicht, ihm Konkurrenz zu machen (lacht).

Was sind jetzt ihre ersten Ziele mit der Kurrende?
Ich möchte zuerst die langjährige Geschichte der Kurrende kennenlernen, um auf diese Tradition aufbauen zu können. Nachwuchsgewinnung, finanzielle Stabilität und Qualitätsverbesserung sind immer aktuelle Themen, die weiteren Ziele werden dann in Zusammenarbeit mit dem Chorleiter und dem Vorstand festgelegt. Beispielsweise fände ich persönlich die Teilnahme an einem Chorfestival im In- oder Ausland sinnvoll. Ich bin überzeugt, dass solche Events den künstlerischen Horizont erweitern und den Chor sehr bereichern können. Aber das wird jetzt natürlich noch ein wenig Zeit brauchen.

Frau Métrope, ganz herzlichen Dank für das Interview!
Herzlich gerne. Ich wünsche allen Kurrendanern ein erfolgreiches, gesundes und musikalisches Jahr 2018, und freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit den Kollegen und mit den Knaben!