Sommerprobenfreizeit in Österreich

Erschienen am 29. August 2025

Zwei Wochen voller Musik, Gemeinschaft und unvergesslicher Erlebnisse

Mitten in den Sommerferien steigt beim Konzertchor der Wuppertaler Kurrende die Vorfreude auf ein ganz besonderes Highlight im Jahreskalender: die Sommerprobenfreizeit. In diesem Jahr führte die Reise bereits zum zweiten Mal nach Wagrain in Österreich – ein Ort, der für viele Sänger inzwischen fast schon ein Stück Heimat geworden ist. Kein Wunder: Das Haus mit geeigneten Probenräumen, sehr nettem Personal, großzügigen Außenanlagen und einer hervorragenden Küche bot erneut ideale Bedingungen für zwei intensive und zugleich unvergessliche Wochen.

Insgesamt machten sich 51 Sänger und Mitarbeiter auf den Weg in die Alpen. Für die Betreuung sorgten Bettina Baumann, Finn Groß, Béla Scheurmann, Nicklas Wegner, Theo Niebuhr und Tilman Klett. Die musikalische Leitung lag in den Händen von Lukas Baumann und Caroline Huppert, die mit großem Engagement nicht nur die täglichen Chorproben leiteten, sondern auch zahlreiche Stimm- und Registerproben durchführten und jeden Sänger einzeln anhörten. Dabei standen neben der musikalischen Weiterentwicklung auch einige Stimmgruppenwechsel an – ein spannender Schritt im Chorleben, der für viele Sänger eine echte Herausforderung, für andere aber auch eine spannende oder -gefühlt- überfällige Entwicklung bedeutet.

Musikalische Arbeit und besondere Momente

Im Mittelpunkt der Proben stand ein neues a-cappella-Programm, das in den kommenden Konzerten der Kurrende zu hören sein wird. Schon während der Freizeit zeigte sich, wie intensiv und konzentriert die Sänger arbeiteten. Gleichzeitig war viel Raum für kleine besondere Erlebnisse: Bei den sogenannten „Maestro-Momenten“ konnten Sänger selbst einmal das Dirigat übernehmen. Unter anderem überzeugte dabei Sänger Willi, der sich mit Leidenschaft und natürlicher Begabung präsentierte – und dafür mit einer ganz besonderen Aufgabe belohnt wurde: Bei beiden Konzerten durfte er eine Strophe des Abendliedes Der Mond ist aufgegangen dirigieren. Ein Moment, der auch beim Publikum sehr gut ankam.

Sänger Florentin dirigiert den Chor bei seinem „Maestro-Moment“ in der Chorprobe

Freizeit mit Tradition und Teamgeist

Natürlich bestand die Sommerprobenfreizeit nicht nur aus Musik. Das abwechslungsreiche Freizeitprogramm sorgte für Spaß, Ausgleich und jede Menge gemeinsame Erlebnisse. Gleich zu Beginn meinte es das Wetter gut mit der Gruppe: Sonne satt und angenehme Temperaturen boten perfekte Bedingungen für Wanderungen oder Freibadbesuche. Auch die traditionellen Riegenspiele, organisiert von den Sängern Julius und David, durften nicht fehlen. Mit viel Einsatz und Teamgeist traten die Riegen gegeneinander an und lieferten sich spannende oder lustige Wettbewerbe.

Ein weiterer Klassiker war der Zimmerwettbewerb, bei dem die ordentlichsten Zimmer prämiert wurden – ein Anreiz, der gerade bei den jüngeren Sängern erstaunliche Energien freisetzte. Lediglich das traditionelle Fußballspiel „Betreuer gegen Betreute“ fiel buchstäblich ins Wasser: Kurz vor Anpfiff öffnete der Himmel seine Schleusen und verwandelte den Fußballplatz in eine Matschwiese. Stattdessen wartete eine rasante Fahrt auf der Sommerrodelbahn Lucky Flitzer auf die Sänger.

Selfie bei der Wanderung auf dem Grafenberg

Zwei Konzerte

Musikalische Höhepunkte der zwei Wochen waren die beiden Konzerte. Im großenn Pongauer Dom durfte die Kurrende ihre Musik in einem beeindruckenden sakralen Rahmen erklingen lassen. Herausfordernder wurde es einige Tage später in Holzkirchen bei München, wo der Chor in der modernen und mehrfach preisgekrönten Kirche St. Josef gastierte. Die außergewöhnliche Architektur ging mit einer extrem schwierigen Akustik einher. Nach der Stellprobe waren viele Sänger frustriert und ratlos – würde das Konzert gelingen? Zum Glück war mit Busfahrer Ingo der vielleicht wichtigste Motivator der gesamten Reise dabei: Als „Cheerleader“ der Kurrende verstand er es, die Stimmung wieder zu heben und die Sänger mit Witz und guter Laune für den Auftritt zu begeistern. Am Ende gelang ein bewegendes Konzert vor großem Publikum, das allen in Erinnerung bleiben wird.

Spannende Architektur und herausfordernde Akustik: St. Josef in Holzkirchen

Eine Gemeinschaft, die trägt

So sehr die musikalischen Fortschritte und Auftritte im Mittelpunkt standen – mindestens genauso prägend waren die zwischenmenschlichen Erfahrungen. Neue Freundschaften entstanden, jüngere Sänger wurden schnell in die Gemeinschaft integriert, und auch kleinere Schwierigkeiten wie Heimweh, kleine Verletzungen oder kurze Streitigkeiten wurden gemeinsam getragen und überwunden. Immer wieder zeigte sich der besondere Teamgeist, der die Kurrende auszeichnet: ein Miteinander, das auf Vertrauen, Respekt und echter Freundschaft beruht.

Nach zwei intensiven Wochen mit viel Musik, unzähligen Erlebnissen und einer Menge Freizeitspaß kehrte der Konzertchor am 24. August wohlbehalten und tatsächlich schon am frühen Abend nach Wuppertal zurück. Neben wertvollen musikalischen Fortschritten nahmen die Sänger vor allem das Gefühl mit, Teil einer starken Gemeinschaft zu sein. Nun richtet sich der Blick nach vorne: Mit neuer Motivation und gestärktem Zusammenhalt freut sich der Chor auf die kommenden Konzerte und Projekte – getragen von den Erinnerungen an eine unvergessliche Sommerprobenfreizeit in Wagrain.

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