Mit den Vier Jahreszeiten hat Antonio Vivaldi sich unsterblich gemacht: vier Violinkonzerte, für jede Jahreszeit eins. Besonders bildgewaltig ist dem Meister des barocken Solokonzerts Der Sommer gelungen. Ein sanfter Wind kühlt die drückende Tageshitze und entlädt sich schließlich in einem furios tobenden Sommergewitter. Dass Vivaldi auch ein genialer Vokal-Komponist war, blieb hinter der gewaltigen Anzahl von mehr als 300 Solokonzerten lange Zeit verborgen. Erst in der jüngeren Vergangenheit wurden etliche seiner knapp 50 Opern wiederentdeckt, hinzu kommen gewichtige Kirchenwerke, die er als Priester und Musiklehrer an einem Waisenhaus für Mädchen in Venedig komponierte. Im Magnificat treffen großangelegte Chorarchitektur auf die Brillanz des italienischen Belcanto und auch im berühmten Gloria zeigt Vivaldi die ganze Bandbreite seiner Vokal-Meisterschaft. Das fanfarenartige Thema zu Beginn des festlichen ersten Satzes erinnert übrigens deutlich an den Herbst der Vier Jahrenzeiten.
ANTONIO VIVALDI
Magnificat RV 611
ANTONIO VIVALDI
›Der Sommer‹ aus ›Die vier Jahreszeiten‹ op. 8
ANTONIO VIVALDI
Gloria D-Dur RV 589